PCD-Emulator

Individualsoftware PCD-EmulatorAusgangssituation:
Die Fa. Soplar s.a. erzeugt Maschinen (sog. Hohlkörperblasmaschinen), die Kunstststofflaschen herstellen. Diese Maschinen (in der Regel mit einem Gewicht von mehr als 10t und ca. der Größe eines kleinen LKWs) sind hochkomplex und verfügen über Hydraulik-, Pneumatik- und Elektrische Systeme welche über eine speicherprogrammierbare Steuerung der Fa. Saia-Burgess (Modellreihe PCD-6) gesteuert werden. An die Steuerung angeschlossen ist ein Bedienpult mit Terminal, welches es dem Bediener erlaubt alle Einstellungen der Maschine (mehrere hundert Werte) menügesteuert komfortabel zu verändern. Bei der Veränderung der vieler Einstellwerte muss aus technischen Gründen die Maschine im Ruhezustand sein (kann also nicht produzieren) - insbesondere dann wenn die Produktion von einem Produkt (ein Typ einer Flasche) auf ein anderes umgestellt wird.

Problem:
In erster Linie sollen die Umstellzeiten der Maschinen reduziert werden, um die Produktivität zu erhöhen. In zweiter Linie ist die Entwicklung der Bedienoberfläche unter den PCD-6 Steuerungen sehr zeitaufwändig. Wird die Bedienoberfläche geändert, so muss das Steuerprogramm (welches in einer von der Fa. Saia-Burgess entwickelten Programmiersprache geschrieben ist) über eine serielle Schnittstelle zur Steuerung geladen werden, bevor es ausgeführt und debuggt werden kann. Dies dauert mehrere Minuten, da das ausführbare Programm schon eine sehr ansehnliche Größe von mehreren 100 KB (für eine serielle Übertragung mit 9600 Baud sehr viel) hat.

Lösung:
Es wird ein Emulator (zunächst unter MS-DOS, später unter Windows NT/95/98/Me/2000/XP/Vista) entwickelt, welcher die Binärdatei der PCD-6 Steuerung (PCD-Datei) laden und ausführen kann. Dabei werden alle PCD-Befehle der von der Fa. Saia-Burgess entwickelten Programmiersprache am PC emuliert und ausgeführt. Damit die Bildschirmausgaben sichtbar sind, wird zusätzlich noch ein Terminalemulator des verwendeten Steuerpultes mit in die Software eingebunden.

Erfolg:
Die Einstellarbeiten können nun an einem beliebigen PC während dessen die Maschine noch produziert vorgenommen werden. Die Einstellungen können in einer Datei  - diese enthält das gesamte sogenannte Public Memory (=RAM) der Steuerung - abgespeichert werden, welche später mittels extra Tools per Nezwerk oder direkt per serieller Schnittstelle sehr schnell in die Steuerung eingespeichert werden können. Damit sind die Umrüstzeiten reduziert worden und die Produktivität der Maschinen wurde gesteigert. Das gleiche Verfahren kann zur Reduktion der Entwicklungszeit für die Bedienoberfläche verwendet werden. In diesem Fall muss die Programmdatei nicht zur Steuerung übertragen werden, da die Emulation komplett am PC erfolgt.